Unweit von Wöllersdorf ist am Bergabhang vor einer ziemlich geräumigen Höhle der eines Turmes zu sehen, der den Namen „Höhlturm“ trägt, die Höhle wird „Höhlturmhöhle“ genannt.
In dieser Höhle hauste vor vielen, vielen Jahren ein Ritter, den die Leute wegen seiner Armut verspotteten. Sie hießen ihn einen „Bettelritter“, der sich gerade noch zur Not ein Ross leisten könne, damit er nicht zu Fuß gehen müsse, sonst aber ein „armer Schlucker“ ei. Auch als er sich vor der Höhle einen Turm errichtete, wurde sein Ansehen nicht größer.
„Trotz des Turmes ist und bleibt er doch nur ein „Bettelritter“!“ lachten die Leute.
„Er möchte gern hoch hinaus, es wär‘ aber gescheiter, er bliebe in seiner Höhle, denn wer hoch steigt, fällt tief hinab!“, riefen die ärgsten Spötter.
Eines Tages brachen Feinde in das Land und richteten in Städten und Dörfern gar großen Schaden an. Eine Abteilung drang auf ihrem Raubzug bis nach Wöllersdorf vor.
Entsetzt fohlen die Bewohner zum Höhlturm und baten den Ritter händeringend, er möge sie doch um Gottes willen in seiner festen Behausung aufnehmen. Selbst die ärgsten Spötter kamen gelaufen, um den so oft Geschähmten und Verhöhnten um Schutz anzuflehen. Der edle Ritter nahm alle auf. Dann scharte er die Mutigen um sich und zog mit ihnen gegen die Feinde. Nach hartem Kampf wurden die Raubgesellen in die Flucht geschlagen, noch ehe sie zu plündern begonnen hatten.
Die Leute waren ihrem Ritter dankbar. Sie belohnten ihn reich. Als er später weiter talaufwärts auf sicherer Anhöhe eine Burg bauen begann, gewährten sie ihm ihre volle Unterstützung. Sie brachten Holz und Steine auf den Berg und halfen ihm beim Aufbau der Mauern. Als das Werk vollendet war, bekam der Berg den Namen „starker Berg“, woraus im Kaufe der Zeit „Starhemberg“ wurde.
Die altergrauen Ruinen dieser einstmals stolzen Burg blicken noch heute hinab ins liebliche Piestingtal.
Wie es heißt, sollen in der Höhlturmhöhle während der Reformationszeit verbotene religiöse Übungen stattgefunden haben. Heute noch wird ein Felsblock als „Predigtstuhl“ bezeichnet.
Die Höhle soll einst durch unterirdische Gänge mit anderen höhlen verbunden gewesen sein. Einer dieser Gänge soll sogar bis zur Ruine Starhemberg geführt haben.
Auch ein Schatz soll in der Höhle vergraben sein! Bisher hat ihn aber noch keiner gefunden, wiewohl schon viele danach gesucht haben.